Story: Grand Theft Auto III

Ein Verrat bei einem Raubüberfall schickt Claude auf den Weg über alle drei Inseln und durch alle Organisationen von Liberty City.

GTA III hat die einfachste Story der ganzen Reihe, und das ist seine Stärke, nicht seine Schwäche. Claude steigt aus dem brennenden Wrack eines Gefangenentransports und hat von diesem Moment an ein einziges Ziel: die Frau zu finden, die auf ihn geschossen und ihn liegen gelassen hat.

Alles andere — Mafia, Yakuza, Kartell, ein Medienmagnat mit seltsamen Aufträgen — ist nur der Weg dorthin. Das Spiel hält sich nie mit Erklärungen auf und zwingt niemanden, Claude zu mögen.

Entscheidend ist, dass Claude im ganzen Spiel kein Wort sagt. 2001 wirkte das wie eine Ersparnis; aus dem Abstand ist klar, dass es Absicht war. Ein schweigender Held ist eine Leerstelle, in die der Spieler selbst passt.

Drei Etappen des Weges

Portland

Claude beginnt bei den Leones, lernt den Aufbau der Stadt kennen und bekommt Zugang zu den ersten Kontakten.

Das Hafenviertel ist der schmutzigste Teil von Liberty City und zugleich die beste Lehrstunde: enge Straßen, viele Kurven und eine Polizei, die schneller um die Ecke kommt, als du denkst.

Staunton Island

Nach der Flucht aus Portland arbeitet er mit der Yakuza zusammen und greift in den Krieg der organisierten Kriminalität ein.

Die mittlere Insel ist das Geschäftszentrum der Stadt. Die Kontakte sind einflussreicher, die Aufträge größer, und zum ersten Mal zeigt sich, dass Claude nicht bloß ein Laufbursche ist.

Shoreside Vale

Die letzte Insel schließt die Suche nach Catalina und den Konflikt mit dem kolumbianischen Kartell ab.

Vorstadt, Flughafen und Kraftwerk. Der meiste offene Raum von allen drei Teilen und die härtesten Gegner.

Die wichtigsten Figuren

Claude

Der schweigsame Protagonist kommuniziert durch Taten; sein Hauptantrieb ist zu überleben und an Catalina heranzukommen.

Im ganzen Spiel sagt er kein einziges Wort. Es ist keine Ersparnis bei der Synchronisation — das Schweigen macht aus ihm eine Leerstelle, in die sich der Spieler selbst einsetzt.

Catalina

Claudes frühere Partnerin verrät ihn beim einleitenden Raubüberfall und wird zur treibenden Kraft des Kartells.

Der Verrat kommt in der ersten Minute, noch bevor du überhaupt spielst. Der ganze Rest der Handlung ist die Antwort darauf.

Salvatore Leone

Der Boss der Mafia von Portland bietet zuerst Arbeit an und beginnt Claude später als Bedrohung zu sehen.

Ein Beispiel dafür, wie ganz Liberty City funktioniert: Solange du nützlich bist, bist du Familie. In dem Moment, in dem du gefährlich werden könntest, bist du ein Problem.

8-Ball

Der Sprengstoffexperte mit den verbrannten Händen, der Claude gleich nach der Flucht aus dem Gefangenentransport herausholt.

Die einzige Figur, die nichts von Claude will und ihn nicht verrät. In einer Reihe voller Doppelspiele ist das die Ausnahme.

Maria und Asuka

Salvatores Frau und die Chefin der Yakuza. Gerade sie bringen Claude von Portland auf die zweite Insel.

Maria rettet Claude, und damit bringt sie ihn zugleich in den nächsten Schlamassel — was in diesem Spiel das übliche Verfahren ist.

Donald Love

Der Medienmagnat aus Staunton, der die seltsamsten Aufträge des Spiels vergibt.

Die Figur, bei der sich das Spiel zum ersten Mal offen über sich selbst lustig macht.

Was diese Story besonders macht

Die Motivation passt in einen Satz

Claude will Catalina finden. Mehr braucht das Spiel nicht und mehr erklärt es auch nicht.

Gegenüber späteren Teilen ist das mager — und genau deshalb funktioniert es. Nichts hält dich von der Stadt ab.

Erzählt wird in Inseln, nicht in Kapiteln

Jede Insel ist eine eigene Etappe mit eigenen Auftraggebern. Der Fortschritt der Handlung ist zugleich der Fortschritt auf der Karte.

Wenn sich eine Brücke öffnet, ist das nicht nur ein neues Gebiet — es ist eine neue gesellschaftliche Schicht der Stadt.

Der Verrat geht in beide Richtungen

Claude wird am Anfang verraten und verrät selbst fast jeden, für den er arbeitet.

Das Spiel verurteilt und entschuldigt ihn dafür nirgends. Es ist eine Beschreibung des Milieus, keine Moralstunde.

Das Ende löst nichts

Claude erreicht, was er wollte, und damit endet das Spiel. Keine Erklärung, kein Epilog.

Für 2001 ein ungewöhnlich knapper Abschluss. Spätere Teile der Reihe legen deutlich mehr Wert auf Epiloge.

Häufige Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema

Worum geht es in der Story von GTA III?

Claude wird bei einem Raubüberfall angeschossen und von seiner Partnerin Catalina verraten. Er überlebt, kommt frei und arbeitet sich nach und nach durch die drei Inseln von Liberty City — über die Mafia, die Yakuza und weitere Fraktionen —, um sie zu finden.

Warum spricht Claude in GTA III nicht?

Rockstar hat es nirgends erklärt. Die praktische Folge ist aber klar: Eine schweigende Figur hat keine eigene Meinung, der Spieler muss sich also an kein fremdes Wesen gewöhnen. Spätere Teile gingen den umgekehrten Weg, und ihre Helden reden viel.

Wer ist Catalina?

Claudes frühere Partnerin. Sie verrät ihn gleich in der Eröffnungsszene und wird später zur führenden Kraft des kolumbianischen Kartells. Sie taucht auch in San Andreas auf, das früher spielt.

Wie viele Inseln hat Liberty City?

Drei: Portland, Staunton Island und Shoreside Vale. Sie öffnen sich nach und nach mit dem Fortschritt der Handlung, und jede hat eigene Auftraggeber und einen eigenen Charakter.

Knüpft GTA III an San Andreas an?

Zeitlich ist es umgekehrt — San Andreas spielt 1992, GTA III 2001, und beide Spiele gehören zum selben Universum. Catalina und einige weitere Figuren tauchen in beiden auf.

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